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<title>Staatsbürgerschaft</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Staatsbürgerschaft</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Eine <b>Staatsbürgerschaft</b> baut auf der <b>Staatsangehörigkeit</b> auf und kennzeichnet <a href="Recht" title="Recht">Rechte</a> und <a href="Pflicht" title="Pflicht">Pflichten</a> einer <a href="Nat%C3%BCrliche_Person" title="Natürliche Person">natürlichen Person</a> in dem <a href="Staat" title="Staat">Staat</a>, dem sie angehört. In den meisten Fällen ist die Frage nach der Staatsangehörigkeit mit der Staatsbürgerschaft zu beantworten, der rechtlichen Zugehörigkeit zur <a href="Gemeinschaft" title="Gemeinschaft">Gemeinschaft</a> <i>(Rechtsgemeinschaft)</i> von <a href="B%C3%BCrger" title="Bürger">Bürgern</a> eines Staates, den <i>Staatsbürgern</i>. Deren <a href="Nationalit%C3%A4t" title="Nationalität">Nationalität</a> steht nicht zwangsläufig in unmittelbaren Bezug zu einem Staat, da Letztere als <a href="Ethnie" title="Ethnie">ethnisch</a>-sozialer Begriff nach <a href="Soziale_Herkunft" title="Soziale Herkunft">Herkunft</a> und <a href="Abstammung" title="Abstammung">Abstammung</a> fragt, andererseits lediglich die Staatsangehörigkeit meinen kann. So kann sich die Gemeinschaft der Bürger eines Staates aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten zusammensetzen mit nationalen Mehrheiten und <a href="Nationale_Minderheit" title="Nationale Minderheit">Minderheiten</a>.
</p><p>Ein Staat regelt den Erwerb und Verlust seiner Staatsbürgerschaft sowie die damit verbundenen Rechte und Pflichten in eigenen <a href="Gesetz" title="Gesetz">Gesetzen</a>. So wird im <a href="Rechtskreis#Deutscher_Rechtskreis" title="Rechtskreis">deutschen Rechtskreis</a> die Staatsbürgerschaft in der Regel durch <a href="Geburt" title="Geburt">Geburt</a> und in Abhängigkeit von der Staatsbürgerschaft der Eltern erworben oder durch eine <a href="#Naturalisation">Einbürgerung</a>. Regeln, die an eine Staatsbürgerschaft anknüpfen, werden soweit möglich auf <a href="Juristische_Person" title="Juristische Person">juristische Personen</a> entsprechend angewandt.
</p><p>Die Staatsbürgerschaft begründet besondere <i>Rechte</i> als Schutz- und Abwehrrechte gegen den Staat (<a href="Reisefreiheit" title="Reisefreiheit">Reisefreiheit</a>, <a href="Auslieferungsverbot" class="mw-redirect" title="Auslieferungsverbot">Auslieferungsverbot</a>) sowie Einstandsansprüche im Verhältnis zu Dritten (konsularischen Schutz, internationale Prozessführung) und in <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratien</a> auch Teilhaberechte am Staatsleben im Sinne eines <i><a href="Statuslehre_(Recht)#Status_activus" title="Statuslehre (Recht)">status activus</a></i> (politische Mitgestaltung, <a href="Souver%C3%A4n" title="Souverän">Souveränitätsteilhabe</a>). Staatsbürgerliche Pflichten können im modernen Staatsverständnis beispielsweise die <a href="Wehrpflicht" title="Wehrpflicht">Wehrpflicht</a>, die <a href="Wahlpflicht" title="Wahlpflicht">Wahlpflicht</a> oder die Pflicht sein, auch bei ausländischem <a href="Wohnadresse" title="Wohnadresse">Wohnsitz</a> <a href="Steuer" title="Steuer">Steuern</a> zu zahlen.
</p><p>Eine Staatsangehörigkeit kann grundsätzlich nur von einem <a href="Souver%C3%A4nit%C3%A4t#Souveränität_im_Völkerrecht" title="Souveränität">souveränen</a> Staat im Sinne des <a href="V%C3%B6lkerrecht" title="Völkerrecht">Völkerrechts</a> vermittelt werden.<sup id="cite_ref-vonMünch_dtStaatsang_4_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-vonMünch_dtStaatsang_4-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Staatsbürgerschaft ist eine individuelle Ausprägung des staatskonstitutiven Elements <i><a href="Staatsvolk" title="Staatsvolk">Staatsvolk</a></i>, wonach ein Staat völkerrechtlich nur solange als solcher angesehen werden kann, als er neben <a href="Staatsgebiet" title="Staatsgebiet">Staatsgebiet</a> und <a href="Staatsgewalt" title="Staatsgewalt">Staatsgewalt</a> auch ein Staatsvolk hat (→&nbsp;<a href="Drei-Elemente-Lehre" title="Drei-Elemente-Lehre">Drei-Elemente-Lehre</a>). Die durch die Staatsbürgerschaft begründeten Rechtsbeziehungen zwischen Staat und Bürger wirken über das <a href="Hoheitsgebiet" title="Hoheitsgebiet">Hoheitsgebiet</a> hinaus und werden auch von anderen Staaten anerkannt.
</p><p>Historisch betrachtet ist die Staatsangehörigkeit eine „Institution des <a href="Nationalstaat" title="Nationalstaat">Nationalstaates</a>“.<sup id="cite_ref-vonMünch_dtStaatsang_4_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-vonMünch_dtStaatsang_4-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gehören die Staatsbürger (ausschließlich oder überwiegend) einer gemeinsamen Nationalität an, so spricht man von einem (reinen) Nationalstaat; gehören die Staatsbürger (zumeist) unterschiedlichen Nationalitäten an, so spricht man von einem <i>Nationalitätenstaat</i>, <a href="Vielv%C3%B6lkerstaat" title="Vielvölkerstaat">Vielvölkerstaat</a>, vereinzelt auch von <i><a href="Bolivien" title="Bolivien">Plurinationalstaat</a></i> oder einem <i>multikulturellen Staat</i>.
</p>

<p>Die Staatsbürgerschaft wird in einem auf die Person ausgestellten Dokument, beispielsweise dem <a href="Personalausweis" title="Personalausweis">Personalausweis</a> oder <a href="Reisepass" title="Reisepass">Reisepass</a>, <a href="Vermutung_(Recht)" title="Vermutung (Recht)">vermutungsweise</a> dokumentiert. In einigen Staaten wird dabei zusätzlich auch die Nationalität angegeben. Ein amtlicher Nachweis der Staatsbürgerschaft in Deutschland kann mit dem <a href="Staatsangeh%C3%B6rigkeitsausweis" title="Staatsangehörigkeitsausweis">Staatsangehörigkeitsausweis</a> geführt werden, der auf Antrag ausgestellt wird.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffe_im_deutschen_Sprachraum">Begriffe im deutschen Sprachraum</h2></div>
<p>Im deutschen Sprachraum findet sich sowohl der Begriff „Staatsangehörigkeit“ (englisch <i>nationality</i>) als auch „Staatsbürgerschaft“ (englisch <i>citizenship</i>).
</p><p>In <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a>, dem bevölkerungsreichsten Staat im deutschen Sprachraum, ist die Bezeichnung <i><a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">deutsche Staatsangehörigkeit</a></i> gebräuchlich, weil er 1871 als einheitlicher deutscher Nationalstaat (<a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutsches Reich</a>) begründet wurde, dessen Staatsbürger (mit <a href="Geschichte_der_Bundesrepublik_Deutschland_(bis_1990)#Gründung" title="Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)">Gründung der Bundesrepublik</a> 1949 auch „Bundesbürger“ genannt) mehrheitlich deutscher <a href="Nationalit%C3%A4t" title="Nationalität">Nationalität</a> (Herkunft) sind.
</p><p>Allerdings galten im <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">deutschen Kaiserreich</a> zunächst ausschließlich die Staatsangehörigkeiten der jeweiligen <a href="Gliedstaat" title="Gliedstaat">Gliedstaaten</a>, z.&nbsp;B. die von <a href="Preu%C3%9Fen" title="Preußen">Preußen</a> oder <a href="Bayerische_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Bayerische Staatsangehörigkeit">Bayern</a>, fort. Reichsrechtliche Bestimmungen (wie zum Schluss das <i>Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz</i> vom 22.&nbsp;Juli 1913) stellten später sicher, dass die Regelung der Staatsangehörigkeit in allen Gliedstaaten nach den gleichen Prinzipien erfolgte. Bereits der Artikel&nbsp;3 der <a href="Bismarcksche_Reichsverfassung" title="Bismarcksche Reichsverfassung">Bismarckschen Reichsverfassung</a> von 1871 unterwarf jeden Bürger bzw. Untertan aller deutschen <a href="Gliedstaat" title="Gliedstaat">Bundesstaaten</a> dem gemeinsamen <a href="Indigenat" title="Indigenat">Indigenat</a> des Deutschen Reiches, das somit als Vorläufer der einheitlichen deutschen Staatsbürgerschaft gelten kann.
</p><p>Erst nach dem <a href="Gesetz_%C3%BCber_den_Neuaufbau_des_Reichs" title="Gesetz über den Neuaufbau des Reichs">Neuaufbaugesetz</a> vom 30.&nbsp;Januar 1934, einer <a href="Verfassungs%C3%A4nderung" title="Verfassungsänderung">Verfassungsänderung</a> der <a href="Weimarer_Verfassung" title="Weimarer Verfassung">Weimarer Verfassung</a> im Zuge der vom <a href="Deutsches_Reich_1933_bis_1945" class="mw-redirect" title="Deutsches Reich 1933 bis 1945">NS-Regime</a> betriebenen <a href="Gleichschaltung" title="Gleichschaltung">Gleichschaltung</a>, wurde schließlich eine einheitliche <i>deutsche Staatsangehörigkeit</i> eingeführt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Folge wurde die <a href="Souver%C3%A4nit%C3%A4t#Souveränität_im_Staatsrecht" title="Souveränität">Souveränität</a> der <a href="Land_(Deutschland)" title="Land (Deutschland)">Länder</a> des <a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutschen Reichs</a> aufgehoben.
</p><p>Auch während der <a href="Deutsche_Teilung" title="Deutsche Teilung">deutschen Teilung</a> galt in der <a href="Geschichte_der_Bundesrepublik_Deutschland_(bis_1990)" title="Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)">Bundesrepublik Deutschland</a> nur eine deutsche Staatsangehörigkeit – womit folglich ebenso die <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a>-Bürger neben <a href="Staatsb%C3%BCrgerschaft_der_DDR" title="Staatsbürgerschaft der DDR">ihrer eigenen Staatsbürgerschaft</a> (1967–1990) politisch und juristisch inbegriffen waren (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16.html">Art.&nbsp;16</a></span> und <a href="Artikel_116_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Artikel 116 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland">Art. 116 Abs. 1</a> <a href="Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland">GG</a>) –,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die seit 1913 im <i>Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz</i> (RuStAG; 2000 umbenannt in StAG) definiert ist. Seit der <a href="Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR" title="Wende und friedliche Revolution in der DDR">Wende</a> und der <a href="Deutsche_Wiedervereinigung" title="Deutsche Wiedervereinigung">Wiedervereinigung Deutschlands</a> gibt es wieder nur noch eine deutsche Staatsbürgerschaft.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a> ist die offizielle Bezeichnung <i><a href="%C3%96sterreichische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Österreichische Staatsbürgerschaft">österreichische Staatsbürgerschaft</a></i>, Bürger des Staates Österreich.
</p><p>In der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a>, deren einheimische Bevölkerung aus deutsch-, französisch-, italienisch-, rätoromanisch- und mehrsprachigen Individuen besteht, bedeutet das <i><a href="Schweizer_B%C3%BCrgerrecht" title="Schweizer Bürgerrecht">Schweizer Bürgerrecht</a></i>, dass die fragliche Person Bürger der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist, wie der Staat amtlich genannt wird.
</p><p>In <a href="Liechtenstein" title="Liechtenstein">Liechtenstein</a> beruht das <a href="Liechtensteinische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Liechtensteinische Staatsbürgerschaft">Staatsbürgerrecht</a> auf dem Prinzip des <a href="Ius_sanguinis" class="mw-redirect" title="Ius sanguinis">ius sanguinis</a> (Abstammung).
</p><p>In <a href="Monarchie" title="Monarchie">Monarchien</a> wurden die Staatsbürger früher auch als <a href="Untertan" title="Untertan">Untertanen</a> (des Monarchen) bezeichnet und die Staatsbürgerschaft analog als <i>Untertanen(schaft)</i>.
</p><p>Der Staatsangehörige unterliegt der <a href="Personalhoheit#Völkerrecht" title="Personalhoheit">Personalhoheit des Staates</a>. Dabei spielt es keine Rolle, wo auf der Welt er sich gerade befindet.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>

<p>Eine Bürgerschaft als dauerhafte Verknüpfung zwischen Staat und Person bestand bereits zur Zeit der <a href="Polis" title="Polis">Polis</a> im antiken Griechenland. Ausdifferenziert wurde dies im Alten Rom, wo das <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">römische Bürgerrecht</a> geradezu Voraussetzung für die <a href="Gesch%C3%A4ftsf%C3%A4higkeit" title="Geschäftsfähigkeit">Geschäftsfähigkeit</a> oder <a href="Postulationsf%C3%A4higkeit" title="Postulationsfähigkeit">Postulationsfähigkeit</a> war und ein in sich geschlossenes <a href="Rechtsordnung" title="Rechtsordnung">Rechtssystem</a> abgrenzte,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das sich bis zum <i><a href="Corpus_Iuris_Civilis" class="mw-redirect" title="Corpus Iuris Civilis">Corpus Iuris Civilis</a></i> (das Bürgerliche Recht) entwickelte, während das <i><a href="Ius_gentium" title="Ius gentium">Ius gentium</a></i> (dt. „Recht der <a href="Volk" title="Volk">Völker</a>“) die Beziehungen Roms zu anderen Ländern, Staaten, Völkern regelte und Vorläufer des heutigen <a href="Internationales_Recht" class="mw-redirect" title="Internationales Recht">internationalen Rechts</a> war. Römische Bürger <i>(Romanus)</i> waren zur Zeit der Republik die freien Einwohner Roms, später auch die Einwohner <a href="Latium" title="Latium">Latiums</a> und nach dem <a href="Bundesgenossenkrieg_(Rom)" title="Bundesgenossenkrieg (Rom)">Bundesgenossenkrieg</a> die Bewohner eines großen Teils Italiens. Mit Erlass der <i><a href="Constitutio_Antoniniana" title="Constitutio Antoniniana">Constitutio Antoniniana</a></i> 212 n. Chr. werden die freien Einwohner des Römischen Reiches zu Römischen Bürgern.
</p><p>Ließ sich ein römischer Bürger in einer Stadt außerhalb Italiens nieder, so blieben er wie auch seine Nachkommen Bürger Roms. Die Dauerhaftigkeit ist auch heute wieder das tragende Prinzip der Staatsbürgerschaft.
</p><p>Staatsbürgerschaft im modernen Sinne ist erst seit der <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a> durch das Aufkommen <a href="Republik" title="Republik">republikanischen</a> Denkens entstanden, wurde in der <a href="Franz%C3%B6sische_Verfassung_(1791)" title="Französische Verfassung (1791)">Revolutionsverfassung</a> vom 3. September 1791 in Teil 2, §&nbsp;2 geregelt<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und später in den <i><a href="Code_civil" title="Code civil">Code civil</a></i> übernommen. Seitdem wurde der Staat nicht nur als <a href="Territorialstaat" title="Territorialstaat">Territorialstaat</a> oder personelle Zuordnung zur <a href="Absolutismus" title="Absolutismus">absolutistischen Monarchie</a>, sondern auch als Personenverband von Bürgern verstanden. Im Laufe des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurde daraufhin in den meisten Staaten die Staatsbürgerschaft eingeführt, und es wurden Staatsbürgerschaftsgesetze erlassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erwerb">Erwerb</h2></div>
<p>Die Wege, auf denen ein Mensch eine Staatsangehörigkeit erwerben bzw. ein Staat eine Staatsangehörigkeit verleihen kann, können nach dem Zeitpunkt des Erwerbs unterschieden werden: Erwerb bei Geburt und Erwerb im Laufe des Lebens. Letzterer erfolgt durch Einbürgerung (im weiteren Sinne). Darüber hinaus kann rechtstechnisch zwischen einem Erwerb durch Gesetz (Geburt, Erklärung, Eintritt von Bedingungen usw.) und einem Erwerb durch Verwaltungsakt differenziert werden. Die Gründe für den Erwerb einer Staatsangehörigkeit, vor allem für die Einbürgerung, sind global betrachtet sehr unterschiedlich.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erwerb_durch_Abstammung">Erwerb durch Abstammung</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Abstammungsprinzip" title="Abstammungsprinzip">Abstammungsprinzip</a></i></div>
<p>Das Kind erwirbt die Staatsbürgerschaft der Eltern mit der Geburt (<a href="Realakt" title="Realakt">Realakt</a>), unabhängig vom Land, in dem es geboren ist. Dabei vermittelt oft jeder Elternteil gleich stark diesen Bezug. In manchen Rechtsordnungen werden Abstammungszweifel dadurch gelöst, dass das Kind die Staatsbürgerschaft der Mutter erwirbt. In anderen Staaten vermittelt bei miteinander verheirateten Eltern der Vater als Familienoberhaupt die Staatsbürgerschaft.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erwerb_durch_Geburtsort">Erwerb durch Geburtsort</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Geburtsortsprinzip" title="Geburtsortsprinzip">Geburtsortsprinzip</a></i></div>
<p>Wo dieses Prinzip gilt, bekommt jeder im <a href="Staatsgebiet" title="Staatsgebiet">Staatsgebiet</a> Geborene die Staatsbürgerschaft. Dieses Prinzip wird neben dem Abstammungsprinzip nicht nur von <a href="Einwanderungsland" title="Einwanderungsland">Einwanderungsländern</a> angewandt. Solche Länder sehen darin zwar ein integrales Instrument ihrer Politik, die Anzahl ihrer Staatsbürger zu erhöhen, jedoch lässt sich umgekehrt aus der Anwendung des <i>ius soli</i> nicht der sichere Befund herleiten, es handele sich um ein Einwanderungsland, zumal es neben anderen Erwerbstatbeständen mehrheitlich praktiziert wird.
</p><p>Die rechtliche Ausgestaltung kennt zahlreiche Abstufungen und Kombinationen mit weiteren Merkmalen wie legalem Aufenthalt der Eltern, Daueraufenthalt oder Generationenprinzip, <a href="Ethnie" title="Ethnie">ethnischer Zugehörigkeit</a>, ex-kolonialem Bezug.
</p><p><b>Beispiele:</b>
</p>
<ul><li>In <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> wird die Staatsangehörigkeit (<a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">frz.</a> <i>nationalité</i>) seit der Einführung des <a href="Code_civil" title="Code civil">Code civil</a> 1803 auf der Grundlage des <a href="Abstammungsprinzip" title="Abstammungsprinzip"><i>ius sanguinis</i></a> erworben. Seit 1889 wird zudem das <a href="Geburtsortsprinzip" title="Geburtsortsprinzip"><i>ius soli</i></a> nach dem „doppelten ius soli“ <i>(double droit du sol)</i> praktiziert, wonach ein Elternteil bereits im Land geboren sein muss. Der Erwerbstatbestand greift also bei der dritten Generation.<sup id="cite_ref-weil_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-weil-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> verwendete das Geburtsortsprinzip bis zum Beginn des 19.&nbsp;Jahrhunderts. Seit der Einführung der ersten Staatsangehörigkeitsgesetze (Preußen: 1842) wurde das Abstammungsprinzip als herrschender Erwerbstatbestand eingeführt. Seit dem <a href="Reichs-_und_Staatsangeh%C3%B6rigkeitsgesetz" class="mw-redirect" title="Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz">Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz</a> 1913 galt im Deutschen Reich ein reines <i>ius sanguinis</i>. Mit der <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit#Änderungen_des_Staatsangehörigkeitsrechts_seit_2000" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">Staatsangehörigkeitreform 2000</a> wurde mit dem <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit#Durch_Geburt_im_Inland_(Geburtsortprinzip)" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">Optionsmodell</a> ein ergänzendes <i>ius soli</i> für die zweite Einwanderergeneration eingeführt.<sup id="cite_ref-weil_9-1" class="reference"><a href="#cite_note-weil-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erwerb_durch_Einbürgerung_(Naturalisation)"><span id="Erwerb_durch_Einb.C3.BCrgerung_.28Naturalisation.29"></span><span id="Naturalisation"></span> Erwerb durch Einbürgerung (Naturalisation)</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Einbürgerung"><span id="Einb.C3.BCrgerung"></span>Einbürgerung</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Einb%C3%BCrgerung" title="Einbürgerung">Einbürgerung</a></i></div>

<p>Die Einbürgerung ist Erwerb der Staatsbürgerschaft durch einen Exekutivakt. Dieses Verfahren verbindet seitens des Bürgers den Faktor Freiwilligkeit, also den Wunsch, Staatsbürger zu sein (Konfirmationselement), und seitens des Staates die Möglichkeit, nach selbst definierten Merkmalen weitere Staatsbürger auszuwählen (Kontrollelement). Wie intensiv dieses Instrument von einem Land genutzt wird (gegebenenfalls im Kontext einer gezielten <a href="Bev%C3%B6lkerungspolitik" title="Bevölkerungspolitik">Bevölkerungspolitik</a>, viele neue oder gezielt bestimmte Einwohner und Staatsbürger anzuwerben), kann eventuell Teil seiner Selbstdefinition als <a href="Einwanderungsland" title="Einwanderungsland">Einwanderungsland</a> sein. Ein Nachweis für die kausale Lenkungswirkung einer bestimmten Naturalisations- oder Staatsbürgerschaftsgesetzgebung ist jedoch nicht beigebracht worden.
</p><p>Viele Rechtsordnungen setzen darüber hinaus die Naturalisation als Instrument großzügig ein, um auf komplexe und detaillierte gesetzliche Automatismen auf der Basis der <i>ius soli</i>- und <i>ius sanguinis</i>-Grundsätze zu verzichten und eine gewisse Flexibilität zu wahren. Dies ist häufige Praxis bei Ländern mit ethnischer Zersprenkelung, um geografisch und/oder historisch weit reichenden Verbindungen gerecht zu werden. Gleiches gilt bei <a href="Sezession" title="Sezession">Sezessionen</a> und Zusammenschlüssen von Ländern oder Landesteilen.
</p><p>Im Selbstverständnis demokratischer Staaten hängen Staatsangehörigkeit, <a href="Wahlrecht" title="Wahlrecht">Wahlrecht</a> und <a href="Steuerpflicht" title="Steuerpflicht">Steuerpflicht</a> zusammen, so dass einerseits ein <a href="Ausl%C3%A4nderstimm-_und_-wahlrecht" title="Ausländerstimm- und -wahlrecht">Ausländerstimm- und -wahlrecht</a> auf nationaler Ebene in vielen Staaten verneint wird,<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> andererseits der Staat nur diejenigen an der Finanzierung des Gemeinwesens redlicherweise beteiligen darf, denen auch der Zugang zur Staatsbürgerschaft offensteht. Das Beispiel der <a href="Schweizer_B%C3%BCrgerrecht" title="Schweizer Bürgerrecht">Einbürgerungen in der Schweiz</a> zeigt zudem Konflikte zwischen der <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratie</a> und dem <a href="Rechtsstaat" title="Rechtsstaat">Rechtsstaat</a> auf.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Einb%C3%BCrgerungstest" title="Einbürgerungstest">Einbürgerungstest</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Passhandel">Passhandel</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Passhandel" title="Passhandel">Passhandel</a></i></div>
<p>Als <i>Citizenship by investment</i> oder <i>Goldener Pass</i> wird der Erwerb einer Staatsangehörigkeit gegen eine vorab festgelegte Zahlung bezeichnet, ohne dass bei der Einbürgerung ein echter Bezug zu dem einbürgernden Land besteht, z.&nbsp;B. durch einen vorherigen langfristigen Aufenthalt. In vielen Fällen wird dabei eine doppelte Staatsbürgerschaft hingenommen. Wie das <i>Goldene Visum</i> dient auch die Einbürgerung gegen vorherige Zahlung vor allem zur Umgehung der steuerlichen Meldepflichten nach dem <a href="Common_Reporting_Standard" title="Common Reporting Standard">Common Reporting Standard</a> (CRS) der <a href="Organisation_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Zusammenarbeit_und_Entwicklung" title="Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung">Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung</a> (OECD) und zur Reduzierung der persönlichen Steuerlast durch <a href="Steuerflucht" title="Steuerflucht">Steuerflucht</a>.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Europ%C3%A4ische_Kommission" title="Europäische Kommission">Europäische Kommission</a> hat <a href="Malta" title="Malta">Malta</a> aufgrund seiner Staatsbürgerschaftsregelung für Investoren im März 2023 vor dem <a href="Gerichtshof_der_Europ%C3%A4ischen_Union" title="Gerichtshof der Europäischen Union">Gerichtshof der Europäischen Union</a> (EuGH) verklagt.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die maltesische Staatsbürgerschaft – und damit auch die <a href="Unionsb%C3%BCrgerschaft" title="Unionsbürgerschaft">EU-Staatsbürgerschaft</a> – war systematisch im Austausch für im Voraus festgelegte Zahlungen und Investitionen gewährt worden, ohne dass ein wirklicher Bezug zu Malta bestand.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch in Ländern außerhalb der EU gibt es den sog. Passhandel.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Dazu zählen beispielsweise:
</p>
<ul><li><span style="display:none">Saint Lucia</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="St._Lucia" title="St. Lucia"></a></span>&nbsp;<a href="St._Lucia" title="St. Lucia">St. Lucia</a> ab 86.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Dominica</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Dominica" title="Dominica"></a></span>&nbsp;<a href="Dominica" title="Dominica">Dominica</a> ab 86.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Antigua und Barbuda</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Antigua_und_Barbuda" title="Antigua und Barbuda"></a></span>&nbsp;<a href="Antigua_und_Barbuda" title="Antigua und Barbuda">Antigua und Barbuda</a> ab 86.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Saint Kitts Nevis</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="St._Kitts_und_Nevis" title="St. Kitts Nevis"></a></span>&nbsp;<a href="St._Kitts_und_Nevis" title="St. Kitts und Nevis">St. Kitts und Nevis</a> ab 130.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Grenada</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Grenada" title="Grenada"></a></span>&nbsp;<a href="Grenada" title="Grenada">Grenada</a> ab 130.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Vanuatu</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Vanuatu" title="Vanuatu"></a></span>&nbsp;<a href="Vanuatu" title="Vanuatu">Vanuatu</a> ab 130.000 Euro</li>
<li><span style="display:none;">Kambodscha</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Kambodscha" title="Kambodscha"></a></span>&nbsp;<a href="Kambodscha" title="Kambodscha">Kambodscha</a> ab 210.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Moldau Republik</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Republik_Moldau" title="Republik Moldau"></a></span>&nbsp;<a href="Republik_Moldau" title="Republik Moldau">Moldau</a> ab 250.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Montenegro</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Montenegro" title="Montenegro"></a></span>&nbsp;<a href="Montenegro" title="Montenegro">Montenegro</a> ab 350.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Kanada</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Kanada" title="Kanada"></a></span>&nbsp;<a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> ab 684.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Turkei</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei"></a></span>&nbsp;<a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">Türkei</a> ab 855.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Australien</span><span class="mw-image-border noviewer" typeof="mw:File"><a href="Australien" title="Australien"></a></span>&nbsp;<a href="Australien" title="Australien">Australien</a> ab 1.300.000 Euro</li>
<li><span style="display:none">Neuseeland</span><span class="noviewer" typeof="mw:File"><a href="Neuseeland" title="Neuseeland"></a></span>&nbsp;<a href="Neuseeland" title="Neuseeland">Neuseeland</a> ab 1.700.000 Euro</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verleihung_im_öffentlichen_Interesse"><span id="Verleihung_im_.C3.B6ffentlichen_Interesse"></span><span id="Ehrenstaatsb.C3.BCrgerschaft"></span><span id="Ehrenstaatsbürgerschaft"></span> Verleihung im öffentlichen Interesse</h4></div>
<p>Eine Staatsbürgerschaft kann auch im <a href="%C3%96ffentliches_Interesse" title="Öffentliches Interesse">öffentlichen Interesse</a> verliehen werden. Die Verleihung einer Ehrenstaatsbürgerschaft setzt nicht die Erfüllung sämtlicher gesetzlicher Kriterien für eine Einbürgerung voraus, sondern wird unter erleichterten Bedingungen an Personen verliehen, deren Einbürgerung im besonderen staatlichen Interesse ist.
</p><p>Ein Beispiel ist §&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes von 1985, wonach bestimmte Voraussetzungen für die Verleihung der <a href="%C3%96sterreichische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Österreichische Staatsbürgerschaft">österreichischen Staatsbürgerschaft</a> entfallen, „wenn die Bundesregierung bestätigt, daß die Verleihung der Staatsbürgerschaft wegen der vom Fremden bereits erbrachten und von ihm noch zu erwartenden außerordentlichen Leistungen im besonderen Interesse der Republik liegt.“ Dabei kommen insbesondere wissenschaftliche, wirtschaftliche, sportliche oder künstlerische Leistungen in Betracht.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der Anerkennung als <a href="Gerechter_unter_den_V%C3%B6lkern" title="Gerechter unter den Völkern">Gerechter unter den Völkern</a> kann die Gedenkstätte <a href="Yad_Vashem" title="Yad Vashem">Yad Vashem</a> den Geehrten „als Zeichen der Anerkennung für ihre Taten die Ehrenbürgerschaft – und, wenn sie verstorben sind, die israelische Staatsangehörigkeit im Gedenken – verleihen.“<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stag/__8.html">§&nbsp;8</a></span> Abs. 2 StAG ermöglicht in eng zu fassenden Ausnahmefällen, aus Gründen des öffentlichen Interesses oder zur Vermeidung einer besonderen Härte von einzelnen Einbürgerungsvoraussetzungen abzusehen. Eine <a href="Ermessen" title="Ermessen">ermessenslenkende</a> <a href="Verwaltungsvorschrift" title="Verwaltungsvorschrift">Verwaltungsvorschrift</a> legt fest, unter welchen Voraussetzungen ein öffentliches Interesse an der Verleihung der <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">deutschen Staatsangehörigkeit</a> anzunehmen ist.<sup id="cite_ref-VV_20-0" class="reference"><a href="#cite_note-VV-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Persönliche Wünsche und wirtschaftliche Interessen des Einbürgerungsbewerbers sind dabei nicht entscheidend. Belange der Entwicklungspolitik stehen einer Einbürgerung nicht entgegen.<sup id="cite_ref-VV_20-1" class="reference"><a href="#cite_note-VV-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Rechtsprechung sieht ein öffentliches Interesse im Sinne des §&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 StAG nur gegeben, „wenn nach dem konkreten Sachverhalt ein sich vom Durchschnittsfall eines Einbürgerungsbegehrens abhebendes spezifisch staatliches Interesse an der Einbürgerung besteht, das es ausnahmsweise rechtfertigen könne, den Ausländer trotz fehlender Unterhaltsfähigkeit – insoweit gegebenenfalls auch im Falle eines Vertretenmüssens – einzubürgern. Nur bei Bestehen eines solchen durch staatliche Belange vorgegebenen öffentlichen Interesses verlangt die Vorschrift der Einbürgerungsbehörde die Betätigung ihres Einbürgerungsermessens ab.“<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Danach ist etwa im Interesse des Familienzusammenhalts und der Vermeidung von Rechtsunsicherheit sowie unterschiedlicher Loyalitätsanforderungen anzustreben, dass alle Familienangehörigen über den gleichen staatsbürgerlichen Status verfügen und gleichermaßen den Schutz des Staates genießen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein besonderes öffentliches Interesse an der Einbürgerung kann auch vorliegen, wenn die Einbürgerungsbewerberin oder der Einbürgerungsbewerber durch die Einbürgerung für eine Tätigkeit im deutschen Interesse, insbesondere im Bereich der Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Kunst, Kultur, Medien, des Sports<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder des öffentlichen Dienstes gewonnen oder erhalten werden soll.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wenn ein herausragendes öffentliches Interesse an der Einbürgerung – also ein Erwünschtsein der Einbürgerung des Einbürgerungsbewerbers aufgrund allgemeiner politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Gesichtspunkte<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> besteht, wird auch Mehrstaatigkeit hingenommen.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Deutschland können Städte und Gemeinden aufgrund der <a href="Gemeindeordnungen_in_Deutschland" title="Gemeindeordnungen in Deutschland">Gemeindeordnungen</a> der einzelnen Bundesländer wegen besonderer Verdienste um die örtliche Gemeinschaft eine <a href="Ehrenb%C3%BCrger" title="Ehrenbürger">Ehrenbürgerschaft</a> verleihen, welche die Staatsangehörigkeit aber unberührt lässt.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Liste_der_Ehrenb%C3%BCrger_der_Vereinigten_Staaten" title="Liste der Ehrenbürger der Vereinigten Staaten">Liste der Ehrenbürger der Vereinigten Staaten</a> und <a href="Liste_der_Ehrenb%C3%BCrger_Kanadas" title="Liste der Ehrenbürger Kanadas">Liste der Ehrenbürger Kanadas</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erwerb_durch_Erklärung"><span id="Erwerb_durch_Erkl.C3.A4rung"></span>Erwerb durch Erklärung</h3></div>
<p>Eine Person kann durch Erklärung gegenüber den Behörden eines Landes die Staatsbürgerschaft erwerben, sofern das nationale Recht dies vorsieht. Dies ist meist an einige wenige Voraussetzungen und Merkmale geknüpft und ist eine minimalistische Form der Einbürgerung.
</p><p>Ab 1. September 2020 können auch Kinder von Opfern des NS-Regimes die österreichische Staatsbürgerschaft per „Anzeige“ anfordern.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mehrfache_Staatsbürgerschaft"><span id="Mehrfache_Staatsb.C3.BCrgerschaft"></span>Mehrfache Staatsbürgerschaft</h2></div>
<p>Mehrstaatigkeit (auch <i>multiple</i> oder <i>Mehrfachstaatsbürgerschaft</i> genannt) bezeichnet den Fall, dass eine Person mehr als eine Staatsbürgerschaft besitzt. <i>Doppelstaater</i>, auch „Doppelstaatler“ (v.&nbsp;a. Deutschland) bzw. „Doppelstaatsbürger“ (v.&nbsp;a. Österreich) bzw. „Doppelbürger“ (v.&nbsp;a. Schweiz) sind dafür gebräuchliche Bezeichnungen.
</p><p>Zu den grundlegenden staatsangehörigkeitsrechtlichen Prinzipien gehörte bis Anfang des 21. Jahrhunderts die Vermeidung von Mehrstaatigkeit (in Österreich wurde dieses Prinzip beibehalten, siehe unten). Die <a href="Bancroft-Vertr%C3%A4ge" title="Bancroft-Verträge">Bancroft-Verträge</a> waren die ersten internationalen <a href="Abkommen" title="Abkommen">Abkommen</a>, mit denen die Konflikte, die durch Mehrstaatigkeit, insbesondere bei der <a href="Wahlgleichheit" title="Wahlgleichheit">Wahlgleichheit</a><sup id="cite_ref-x226_31-0" class="reference"><a href="#cite_note-x226-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und der <a href="Wehrpflicht" title="Wehrpflicht">Wehrpflicht</a> entstanden, begrenzt werden sollten. Heutzutage wird das Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit immer öfter durchbrochen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mehrstaatigkeit kann deshalb entweder originär durch den gleichzeitigen und automatischen Erwerb von zwei oder mehr Staatsbürgerschaften bei Geburt entstehen oder derivativ durch den Erwerb einer weiteren Staatsbürgerschaft auf Antrag zuerkannt werden (sogenannte <a href="Einb%C3%BCrgerung" title="Einbürgerung">Einbürgerung</a> oder <i>Naturalisation</i>). Die Mehrstaatigkeit bei Geburt entsteht entweder durch das Zusammenwirken der Staatsbürgerschaftsregime mehrerer Staaten mit unterschiedlichen Erwerbstatbeständen – vgl. auch <a href="Abstammungsprinzip" title="Abstammungsprinzip">Abstammungsprinzip</a> (<a href="Latein" title="Latein">lat.</a> <i>ius sanguinis</i>) (z.&nbsp;B. Deutschland, Schweiz) und Geburtsortsprinzip (lat. <i>ius soli</i>) (z.&nbsp;B. Frankreich, USA) – oder bei Kindern bi- oder multinationaler Eltern, die gleichberechtigt alle ihre Staatsbürgerschaften an das Kind weitergeben (vgl. auch <i><a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit#Komplikationen_im_Zusammenhang_mit_mehrfacher_Staatsangehörigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">internationaler Kontext der Rechtslage in Deutschland</a></i>). In bestimmten Fällen kann ein Kind auch erst nach der Geburt durch <a href="Adoption" title="Adoption">Adoption</a> automatisch Doppelstaater werden, sofern die ursprüngliche Staatsbürgerschaft durch die Annahme nicht verloren geht (etwa im Fall der Adoption eines ausländischen Stiefkindes).
</p><p>In <a href="Australien" title="Australien">Australien</a> dürfen nach Kapitel&nbsp;44 der <a href="Verfassung_von_Australien" title="Verfassung von Australien">Verfassung von 1900</a> <a href="Parlamentarier" class="mw-redirect" title="Parlamentarier">Parlamentarier</a> keine zweite Staatsbürgerschaft neben der australischen besitzen, was 2017 zu mehreren Rücktritten geführt hat, aber auch zu Kritik an der Rechtsbestimmung.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mehrere Staatsangehörigkeiten zu haben, bedeutet zwar mehr Möglichkeiten für den Aufenthalt, die Studienförderung, die Berufstätigkeit und die Teilhabe in den betreffenden Staaten, kann aber auch Nachteile, etwa bezüglich Wehrpflicht und Besteuerung oder bei der Einreise in Drittstaaten, mit sich bringen. So sind Doppelstaater, die auch die Staatsangehörigkeit von Iran, <a href="Irak" title="Irak">Irak</a>, <a href="Syrien" title="Syrien">Syrien</a> oder <a href="Sudan" title="Sudan">Sudan</a> besitzen, vom <a href="Visa-Waiver-Programm" title="Visa-Waiver-Programm">Visa-Waiver-Programm</a> der <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> ausgeschlossen.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Effektive_Staatsbürgerschaft"><span id="Effektive_Staatsb.C3.BCrgerschaft"></span>Effektive Staatsbürgerschaft</h3></div>
<p>Im <a href="Internationales_Privatrecht" title="Internationales Privatrecht">internationalen Privatrecht</a> (IPR) ist für viele Rechtsfragen die Staatsbürgerschaft der am <a href="Rechtsgesch%C3%A4ft" title="Rechtsgeschäft">Rechtsverkehr</a> beteiligten Personen ausschlaggebender Anknüpfungspunkt für das anzuwendende Recht. Bei Personen, die mehr als eine Staatsbürgerschaft haben, gilt das Prinzip der <i>effektiven Staatsbürgerschaft</i>.
</p><p>Gehört eine Person mehreren Staaten an, so ist in Deutschland das Recht desjenigen dieser Staaten anzuwenden, mit dem die Person am engsten verbunden ist (effektive Staatsbürgerschaft nach Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 S.&nbsp;1 <a href="Einf%C3%BChrungsgesetz_zum_B%C3%BCrgerlichen_Gesetzbuche" title="Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche">EGBGB</a>). Indizien für eine solche Verbindung sind der gewöhnliche Aufenthalt oder der Verlauf ihres Lebens. Ist die Person auch Deutscher, so geht diese Rechtsstellung vor.
</p><p><span id="EU"></span>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">Deutsche Staatsangehörigkeit</a></i></div>
<p>In der politischen Diskussion ist meist von <i>doppelter Staatsangehörigkeit</i>,<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>doppelter Staatsbürgerschaft</i> oder einem <i>Doppelpass</i><sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die Rede. Personen, die zwei Staatsbürgerschaften erworben haben, werden als <i>Doppelstaater</i>, <i>Doppelstaatler</i> (<a href="Umgangssprache" title="Umgangssprache">umgangssprachlich</a>) oder <i>Doppelstaatsbürger</i> bezeichnet.
</p><p>Deutschland erlaubte eine doppelte Staatsbürgerschaft zunächst für Staatsangehörige der EU (seit 1999<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und der Schweiz, für alle anderen Länder mussten bis 26. Juni 2024 besondere Voraussetzungen vorliegen und es musste teils eine Genehmigung eingeholt werden.
</p><p>Zum 1. Januar 2000 fiel die <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit#Wegfall_der_Inlandsklausel" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">Inlandsklausel</a> weg, der zufolge bis zu diesem Zeitpunkt ein Deutscher, der durch ausländische Einbürgerung eine andere Staatsangehörigkeit erwarb, die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verlor, sofern er seinen Wohnsitz im Inland hatte. Im Jahr 2000 wurde das bisherige Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 zudem auf Initiative der <a href="Rot-gr%C3%BCne_Koalition#Bundesebene" title="Rot-grüne Koalition">rot-grünen Bundesregierung</a> um das <i>Geburtsortsprinzip</i> ergänzt: Wenn ein Elternteil seit mindestens acht Jahren in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat, erwirbt das Kind bei der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch eine Einbürgerung ist nun bereits nach acht statt bisher 15 Jahren möglich. Ursprünglich sah das Gesetz vor, dass die Kinder sich spätestens im Alter von 23 Jahren für eine Staatsbürgerschaft entscheiden mussten. Diese Regelung wurde 2014 gestrichen, so dass nun beide Staatsangehörigkeiten behalten werden können.<sup id="cite_ref-spiegel.de_Doppelpass1_40-0" class="reference"><a href="#cite_note-spiegel.de_Doppelpass1-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Zuge der <a href="Ma%C3%9Fnahmen_nach_dem_Putschversuch_in_der_T%C3%BCrkei_2016#Reaktionen_von_Auslandstürken" title="Maßnahmen nach dem Putschversuch in der Türkei 2016">Erdoğan-Kundgebungen im Sommer 2016</a> wurde in den Medien mehrfach über die Regelungen für <a href="Deutscht%C3%BCrke" class="mw-redirect" title="Deutschtürke">türkischstämmige Deutsche</a> berichtet.<sup id="cite_ref-spiegel.de_Doppelpass2_41-0" class="reference"><a href="#cite_note-spiegel.de_Doppelpass2-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-tagesspiegel.de_Doppelpass1_43-0" class="reference"><a href="#cite_note-tagesspiegel.de_Doppelpass1-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Januar 2024 beschloss der Bundestag das <i>Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts</i>,<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> welches unter anderem Deutschlands bisher ablehnende Position zu mehrfachen Staatsbürgerschaften reformiert. Seit Inkrafttreten des Gesetzes am 27. Juni 2024 lässt das deutsche Recht doppelte und mehrfache Staatsbürgerschaften generell immer zu.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Deutsche Staatsbürger benötigen auch keine <a href="Beibehaltungsgenehmigung" title="Beibehaltungsgenehmigung">Beibehaltungsgenehmigung</a> nach §&nbsp;25 <a href="Staatsangeh%C3%B6rigkeitsgesetz" class="mw-redirect" title="Staatsangehörigkeitsgesetz">StAG</a> mehr, wenn sie eine weitere Staatsangehörigkeit annehmen möchten.<sup id="cite_ref-bva.bund.de_46-0" class="reference"><a href="#cite_note-bva.bund.de-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="%C3%96sterreichische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Österreichische Staatsbürgerschaft">Österreichische Staatsbürgerschaft</a></i></div>
<p>Die rechtliche Lage bei mehrfachen Staatsbürgerschaften ist in Österreich u.&nbsp;a. im Staatsbürgerschaftsgesetz 1985 (StbG) geregelt (§§&nbsp;10 Abs.&nbsp;6<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, 28<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Grundsätzlich lässt die <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Republik Österreich</a> keine mehrfachen Staatsbürgerschaften zu, jedoch gibt es Sonderfälle.<sup id="cite_ref-HELP.gv.at_49-0" class="reference"><a href="#cite_note-HELP.gv.at-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wer freiwillig eine fremde Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert dadurch grundsätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft. Um die österreichische Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, muss die Bewilligung der Beibehaltung vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit schriftlich beantragt und mit schriftlichem Bescheid beim jeweiligen Amt der <a href="Landesregierung_(%C3%96sterreich)" title="Landesregierung (Österreich)">Landesregierung</a> bewilligt werden.<sup id="cite_ref-HELP.gv.at_49-1" class="reference"><a href="#cite_note-HELP.gv.at-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die österreichische Staatsbürgerschaft darf behalten werden, wenn eine der folgenden Situationen aufliegt:
</p>
<ul><li>die Beibehaltung liegt im Sinne der Republik Österreich;</li>
<li>der Antragsteller/die Antragstellerin hat einen „besonders berücksichtigungswürdigen“ Grund im Privat- und Familienleben und hat die österreichische Staatsbürgerschaft mit der Geburt erworben;</li>
<li>die Beibehaltung entspricht dem Kindeswohl (bei <a href="Minderj%C3%A4hrigkeit" title="Minderjährigkeit">Minderjährigen</a>).</li></ul>
<p>Wenn die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt wird, muss der Antragstellende binnen zweier Jahre seine frühere Staatsbürgerschaft zurücklegen.<sup id="cite_ref-HELP.gv.at_49-2" class="reference"><a href="#cite_note-HELP.gv.at-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Danach könnte die Person jedoch illegal wieder ihre „alte“ Staatsbürgerschaft in ihrem Heimatland beantragen. Die österreichische Staatsbürgerschaft verliert dann rein gesetzlich ihre Wirkung, aber de facto nur, wenn die Republik Österreich davon erfährt.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Schweizer_B%C3%BCrgerrecht" title="Schweizer Bürgerrecht">Schweizer Bürgerrecht</a></i></div>
<p>Die <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a> erlaubt seit dem 1. Januar 1992 die mehrfache Staatsangehörigkeit gemäß Schweizer Recht ohne Einschränkungen. Die Bezeichnung <i>Doppelbürger</i> ist dafür vor allem in der Schweiz gebräuchlich. <a href="Auslandschweizer" title="Auslandschweizer">Auslandschweizer</a>, die eine andere Staatsbürgerschaft erworben haben, müssen dies der Schweizer Vertretung mitteilen, bei der sie gemeldet sind.
</p><p>Für die jeweils andere Staatsbürgerschaft gelten die Regeln des anderen betroffenen Staates. Ausländische Staatsangehörige können ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft verlieren, wenn das Recht des Herkunftslandes dies vorsieht. Bezüglich der doppelten Staatsbürgerschaft Schweiz-Deutschland gilt: Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen <a href="Liste_der_Mitgliedstaaten_der_Europ%C3%A4ischen_Union" title="Liste der Mitgliedstaaten der Europäischen Union">Mitgliedstaates der Europäischen Union</a>, der Schweiz oder eines Staats erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen <a href="V%C3%B6lkerrechtlicher_Vertrag" title="Völkerrechtlicher Vertrag">völkerrechtlichen Vertrag</a> nach §&nbsp;12 Absatz 3 des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) abgeschlossen hat.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Diese Entscheidung ist nicht unumstritten: Auslandschweizer können in Wahlen über politische Belange teilnehmen, von denen sie gar nicht betroffen sind, was „demokratietheoretisch“ problematisch sein kann. Bei Doppelbürgern in der Schweiz können Loyalitätskonflikte auftreten, wenn beide Nationen sich in politischen Fragen unterschiedlich positionieren.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Liechtenstein">Liechtenstein</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Liechtensteinische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Liechtensteinische Staatsbürgerschaft">Liechtensteinische Staatsbürgerschaft</a></i></div>
<p>Beim Erwerb der Staatsbürgerschaft <a href="Liechtenstein" title="Liechtenstein">Liechtensteins</a> verlangt man von allen Antragstellern den Verzicht auf ihre bisherige Staatsangehörigkeit. Demgegenüber dürfen liechtensteinische Staatsangehörige ohne Einschränkungen weitere Staatsangehörigkeiten erwerben.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Gesetzesänderung, die es den Staatsangehörigen eines EWR-Mitgliedstaates und der Schweiz erlaubt hätte, bei einer Einbürgerung ihre bisherige Staatsangehörigkeit beizubehalten, wurde von den liechtensteinischen Stimmberechtigten in der Volksabstimmung vom 30. August 2020 mit 61,5&nbsp;% Nein-Stimmen abgelehnt.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dänemark"><span id="D.C3.A4nemark"></span>Dänemark</h3></div>
<p>In <a href="D%C3%A4nemark" title="Dänemark">Dänemark</a> trat zum 1. September 2015 eine Änderung des <i>lov om dansk indfødsret</i> in Kraft, die die mehrfache Staatsbürgerschaft ermöglicht.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Beibehaltung_der_Staatsbürgerschaft_bei_Erwerb_einer_weiteren"><span id="Beibehaltung_der_Staatsb.C3.BCrgerschaft_bei_Erwerb_einer_weiteren"></span>Beibehaltung der Staatsbürgerschaft bei Erwerb einer weiteren</h3></div>
<p>Wer dauerhaft im <a href="Ausland" title="Ausland">Ausland</a> lebt, kann grundsätzlich die dortige lokale Staatsbürgerschaft (z.&nbsp;B. australische Staatsbürgerschaft) annehmen. Ob dann der Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit eintritt, hängt von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Deutschsprachige_Staaten">Deutschsprachige Staaten</h4></div>
<ul><li><b>Deutschland</b>: Die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit war bis zum Juni 2024 nur möglich, wenn der Deutsche vor der Einbürgerung in einen anderen Staat eine <a href="Beibehaltungsgenehmigung" title="Beibehaltungsgenehmigung">Beibehaltungsgenehmigung</a> erhalten hatte. Dies setzte einen Antrag bei der zuständigen Behörde voraus.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Davon ausgenommen waren Deutsche, die die Staatsangehörigkeit eines anderen <a href="Mitgliedstaaten_der_Europ%C3%A4ischen_Union" class="mw-redirect" title="Mitgliedstaaten der Europäischen Union">EU-Mitgliedstaates</a> oder der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a> annahmen,<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sofern dies nach dem 28. August 2007 erfolgte.<sup id="cite_ref-DeutscheBotschaft_Bern_-_Wien_2009_61-0" class="reference"><a href="#cite_note-DeutscheBotschaft_Bern_-_Wien_2009-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit Inkrafttreten des <i><a href="Staatsangeh%C3%B6rigkeitsmodernisierungsgesetz" title="Staatsangehörigkeitsmodernisierungsgesetz">Gesetzes zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts</a></i> in weiten Teilen am 27. Juni 2024 entfiel die gesetzliche Anforderung, eine Beibehaltungsgenehmigung beantragen zu müssen. Die generelle Mehrstaatigkeit ist somit auch für deutsche Staatsbürger erlaubt.<sup id="cite_ref-bva.bund.de_46-1" class="reference"><a href="#cite_note-bva.bund.de-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Österreich</b>: Österreicher verlieren im Allgemeinen die österreichische Staatsbürgerschaft, wenn sie eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Jedoch kann auch hier eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt werden, wenn dies im Interesse der Republik Österreich liegt oder in ihrem Privat- und Familienleben „berücksichtigungswürdige Gründe“ vorliegen.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Schweiz</b>: Das Bürgerrecht der Schweiz ist von der Annahme einer anderen Staatsangehörigkeit nicht betroffen.</li>
<li><b>Luxemburg</b>: Seit 2008 erlaubt Luxemburg die mehrfache Staatsangehörigkeit. Auch der Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit bei Beibehaltung der bestehenden ist erlaubt.<sup id="cite_ref-delia_63-0" class="reference"><a href="#cite_note-delia-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Luxemburgische_Staatsb%C3%BCrgerschaft" title="Luxemburgische Staatsbürgerschaft">Luxemburgische Staatsbürgerschaft</a></i></div></li>
<li><b>Belgien</b>: Seit dem 28. April 2008 erlaubt Belgien die Annahme anderer Staatsangehörigkeiten ohne Verlust der belgischen.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Liechtenstein</b>: Das Fürstentum Liechtenstein erlaubt seinen Staatsangehörigen den Erwerb weiterer Staatsangehörigkeiten. Wer sich in Liechtenstein einbürgern lassen will, muss hingegen auf seine bisherige Staatsangehörigkeit verzichten.<sup id="cite_ref-delia_63-1" class="reference"><a href="#cite_note-delia-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Andere_EU-Staaten">Andere EU-Staaten</h4></div>
<ul><li><b>Finnland</b>: Die finnische Staatsbürgerschaft wird seit 1. Juni 2003 bei einem Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit nicht aberkannt. Auch der Erwerb der finnischen Staatsangehörigkeit bei Beibehaltung der bestehenden ist möglich. Finnische Staatsbürger, die eine weitere Staatsangehörigkeit haben, im Ausland geboren wurden und bis zum 22. Lebensjahr nicht mindestens sieben Jahre in einem nordischen Land gelebt haben oder anderweitig eine Anbindung an Finnland haben, können ihre finnische Staatsangehörigkeit an ihrem 22. Geburtstag verlieren.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Schweden</b>: Die schwedische Staatsbürgerschaft wird seit 2001 bei einem Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit nicht aberkannt. Auch der Erwerb der schwedischen Staatsangehörigkeit bei Beibehaltung der bestehenden ist möglich. Schwedische Staatsbürger, die eine weitere Staatsangehörigkeit haben, im Ausland geboren wurden und nie in Schweden gelebt oder anderweitig eine Verbundenheit zu dem Land haben, verlieren ihre schwedische Staatsangehörigkeit. Dies schließt auch deren Kinder mit ein, sofern diese nicht durch den anderen Elternteil Anspruch auf die schwedische Staatsangehörigkeit haben.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Dänemark</b>: Die dänische Staatsbürgerschaft wird seit 2015 beim Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit nicht aberkannt. Auch der <a href="Einwanderung_und_Einwanderungspolitik_in_D%C3%A4nemark_seit_1945#Einbürgerung" title="Einwanderung und Einwanderungspolitik in Dänemark seit 1945">Erwerb der dänischen Staatsangehörigkeit</a> bei Beibehaltung der bestehenden Staatsbürgerschaft ist möglich.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spezialfall_Palästinenser"><span id="Spezialfall_Pal.C3.A4stinenser"></span>Spezialfall Palästinenser</h3></div>
<p>Ein spezieller Fall sind von <a href="Israel" title="Israel">Israel</a> registrierte <a href="Pal%C3%A4stinenser" title="Palästinenser">Palästinenser</a> (mit Identitätsausweis), die eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Sie besitzen in der Regel einen <a href="Pal%C3%A4stinensischer_Reisepass" title="Palästinensischer Reisepass">palästinensischen Reisepass</a>, gelten aber als staatenlos – daher muss die palästinensische Staatsangehörigkeit vorher nicht abgelegt werden. Nachdem Israel solche Personen auch weiterhin als Palästinenser behandelt, ist ihnen auch weiterhin nur die Einreise mit einem palästinensischen Pass möglich. Sie sind daher gezwungen, zwei Pässe zu führen, wenn sie in ihre alte Heimat reisen wollen.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entwicklungen_nach_dem_Votum_zum_Brexit">Entwicklungen nach dem Votum zum Brexit</h3></div>
<p>Nach dem Brexit-Votum vom 23. Juni 2016 stellten zahlreiche Briten einen Antrag auf die <a href="Irische_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" class="mw-redirect" title="Irische Staatsangehörigkeit">irische Staatsangehörigkeit</a>.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Interesse an einer doppelten Staatsbürgerschaft zeigten auch im EU-Ausland lebende Briten sowie in Großbritannien lebende EU-Bürger.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verlust">Verlust</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Ausb%C3%BCrgerung" title="Ausbürgerung">Ausbürgerung</a></i></div>
<p>Der Verlust der Staatsbürgerschaft kann wie der Erwerb durch gesetzlichen Automatismus <i>(de lege)</i> oder per <a href="Verwaltungsakt" class="mw-disambig" title="Verwaltungsakt">Verwaltungsakt</a> erfolgen, in liberalen Staatsordnungen auch durch einseitiges Handeln des Staatsbürgers. Es gibt auch Staaten, die den Verlust ihrer Staatsbürgerschaft gar nicht (z.&nbsp;B. <a href="Iran" title="Iran">Iran</a>) oder nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen zulassen.
</p><p>Qua Gesetz erfolgt der Verlust in vielen Staaten, wenn ein Bürger freiwillig eine andere Staatsbürgerschaft erwirbt oder in fremde <a href="Streitkr%C3%A4fte" title="Streitkräfte">Streitkräfte</a> eintritt. Auch wenn ein Kind von <a href="Ausl%C3%A4nder" title="Ausländer">Ausländern</a> adoptiert wird und seine verwandtschaftlichen Bindungen im Heimatland verliert, geht nach den Rechtsordnungen vieler Staaten seine ursprüngliche Staatsbürgerschaft verloren. Bis vor einiger Zeit war es vielfach üblich, dass auch eine Frau, die einen ausländischen Mann heiratete, ihre Staatsbürgerschaft automatisch verlor (und meist ebenfalls automatisch die des Ehemannes annahm). Dies ist nach den weltweiten Bestrebungen zur Gleichstellung von Mann und Frau heute nur noch in wenigen Ländern der Fall. In Deutschland wurde es 2000 formal abgeschafft, galt aber bereits ab 1953 als grundgesetzwidrig.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In manchen Staaten kann ein Staatsbürger auf seine Staatsbürgerschaft verzichten oder ihre Aufgabe erklären. Meist ist dies nur in bestimmten Situationen zulässig, und es gelten hierfür enge Voraussetzungen, insbesondere um <a href="Staatenloser" title="Staatenloser">Staatenlosigkeit</a> zu vermeiden. Oft ist ein solcher Verzicht auch an weitere Voraussetzungen oder Vorleistungen gebunden: Ableistung von <a href="Wehrdienst" title="Wehrdienst">Wehrdienst</a>, Rückerstattung von Ausbildungskosten, Begleichen von Steuerschulden.
</p><p>Die Befreiung oder Entlassung aus der Staatsbürgerschaft beziehungsweise die Genehmigung des Verzichts sind in der Regel als Verwaltungsakte ausgestaltet, um eine administrative Kontrolle sicherzustellen und das Vorliegen der Voraussetzungen effektiv kontrollieren zu können. Totalitäre Regime bedienen sich der <a href="Ausb%C3%BCrgerung" title="Ausbürgerung">Ausbürgerung</a> (erzwungene Aberkennung der Staatsbürgerschaft) auch als Druckmittel, um politisch unliebsame Staatsbürger zu entrechten oder sich ihrer zu entledigen.
</p><p>Sonderfälle ergeben sich bei Gebietsänderungen nach kriegerischen Auseinandersetzungen oder im Fall des Zusammenbruchs bzw. der <a href="Dismembration" title="Dismembration">Auflösung eines Staates</a> (etwa eines <a href="Vielv%C3%B6lkerstaat" title="Vielvölkerstaat">Vielvölkerstaates</a>). Normalerweise wird hier automatisch die Staatsbürgerschaft eines <a href="Nachfolgestaat" title="Nachfolgestaat">Nachfolgestaates</a> angenommen oder es wird an bestimmte Kriterien wie die <a href="Volkszugeh%C3%B6rigkeit" title="Volkszugehörigkeit">Volkszugehörigkeit</a>, den Wohnort, den Dienst in einer Armee usw. angeknüpft. Manchmal sind entsprechende Regelungen auch bereits vorher festgelegt. Dass durch den Wegfall eines Staates ehemalige Staatsbürger staatenlos werden, ist die Ausnahme.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Siehe auch: Verlust der <a href="Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit#Verlust_der_Staatsangehörigkeit" title="Deutsche Staatsangehörigkeit">deutschen</a>, der <a href="%C3%96sterreichische_Staatsb%C3%BCrgerschaft#Verlust_der_Staatsbürgerschaft" title="Österreichische Staatsbürgerschaft">österreichischen</a> oder der <a href="Schweizer_B%C3%BCrgerrecht#Verlust" title="Schweizer Bürgerrecht">Schweizer</a> Staatsangehörigkeit</i>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Staatenlosigkeit">Staatenlosigkeit</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Staatenlose" class="mw-redirect" title="Staatenlose">Staatenlose</a></i></div>
<p>Staatenlos sind Personen, die keine Staatsangehörigkeit haben und somit auch keine Staatsbürgerschaft eines Staatsverbandes besitzen. Staatenlosigkeit soll nach Völkerrecht vermieden werden, da Staatenlose bezug- und schutzlos sind. Daher ist jeder Staat völkerrechtlich verpflichtet, in seinem Hoheitsgebiet befindliche Staatenlose nicht in einen anderen Staat <a href="Ausweisung" title="Ausweisung">auszuweisen</a>, vielmehr muss er ihnen Schutz gewähren.
</p><p>Internationale Regelungen der Staatenlosigkeit sind:
</p>
<ul><li>das <i><a href="%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Rechtsstellung_der_Staatenlosen" title="Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen">Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen</a> (Staatenlosenübereinkommen)</i> vom 28. September 1954 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl276s0473.pdf#page=2"><abbr title="Bundesgesetzblatt Jahrgang 1976 Teil II Seite 473 [PDF], ausgegeben zu Bonn">BGBl. 1976 II S. 473, 474</abbr></a>),</li>
<li>das <i><a href="%C3%9Cbereinkommen_zur_Verminderung_der_Staatenlosigkeit" title="Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit">Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit</a></i> vom 30. August 1961 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl277s0597.pdf#page=2"><abbr title="Bundesgesetzblatt Jahrgang 1977 Teil II Seite 597 [PDF], ausgegeben zu Bonn">BGBl. 1977 II S. 597, 598</abbr></a>, samt Schlussakte der UN-Konferenz, S. 608) – In diesem Abkommen verpflichten sich die Vertragsstaaten dazu, ihr nationales Staatsbürgerschaftsrecht so auszugestalten, dass ein Entzug der Staatsbürgerschaft nicht stattfindet, Staatenlosigkeit aus anderen Gründen so weit wie möglich vermieden wird und dass Staatenlose unter erleichterten Bedingungen eingebürgert werden können. Der freiwillige Verlust der Staatsbürgerschaft soll also nicht mehr möglich sein, wenn der betroffene Bürger dadurch staatenlos würde.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ungeklärte_Staatsbürgerschaft"><span id="Ungekl.C3.A4rte_Staatsb.C3.BCrgerschaft"></span>Ungeklärte Staatsbürgerschaft</h2></div>
<p>Nicht zu verwechseln mit der Staatenlosigkeit ist der Status der ungeklärten Staatsbürgerschaft. Dieser wird in der Bundesrepublik Deutschland dadurch erlangt, dass die Herkunft der betreffenden Person unbekannt ist (aufgrund des geringen <a href="Lebensalter" title="Lebensalter">Lebensalters</a> des Betreffenden) und dadurch ihre Staatsbürgerschaft nicht abschließend geklärt werden kann. Die Rechtslage in vielen europäischen Staaten lässt es nicht zu, dass eine Person mit ungeklärter Staatsbürgerschaft eingebürgert wird, da davon ausgegangen wird, dass eine Staatsbürgerschaft bereits besteht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unionsbürgerschaft_(EU)"><span id="Unionsb.C3.BCrgerschaft_.28EU.29"></span>Unionsbürgerschaft (EU)</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Unionsb%C3%BCrgerschaft" title="Unionsbürgerschaft">Unionsbürgerschaft</a></i></div>
<p>Seit der Auflösung<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> des <i>Übereinkommens des <a href="Europarat" title="Europarat">Europarats</a> über die Verringerung der Mehrstaatigkeit und über die Wehrpflicht von <a href="#Mehrfache_Staatsbürgerschaft">Mehrstaatern</a></i> vom 6. Mai 1963 hat die Mehrstaatigkeit als Rechtsproblem an Bedeutung verloren. Dies ging mit der Entwicklung der Unionsbürgerschaft parallel einher.
</p><p>Ähnlich einer Staatsbürgerschaft entwickelt die <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäische Union</a> für die Bürger der <a href="Mitgliedstaat" title="Mitgliedstaat">Mitgliedstaaten</a> die Unionsbürgerschaft als Komponente des Einigungs- und Integrationsprozesses. Diese ist gegenwärtig keine Staatsbürgerschaft im Sinne des <a href="V%C3%B6lkerrecht" title="Völkerrecht">Völkerrechts</a>. Dies liegt vor allem daran, dass die EU ein <a href="Staatenverbund" title="Staatenverbund">Staatenverbund</a> ist, der auf politische, rechtliche und wirtschaftliche Harmonisierung nach innen gerichtet ist.
</p><p>Die Unionsbürgerschaft ist in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/aeuv/20.html">Art.&nbsp;20</a></span>&nbsp;ff. <a href="Vertrag_%C3%BCber_die_Arbeitsweise_der_Europ%C3%A4ischen_Union" title="Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union">AEUV</a> geregelt und ergänzt die nationale Staatsbürgerschaft um eine europarechtliche Dimension. Sie betrifft vor allem
</p>
<ul><li>unionsintern die <a href="Freiz%C3%BCgigkeit" title="Freizügigkeit">Freizügigkeit</a>, die <a href="Niederlassungsfreiheit" title="Niederlassungsfreiheit">Niederlassungsfreiheit</a>, das europarechtliche <a href="Wahlrecht" title="Wahlrecht">Wahlrecht</a>;</li>
<li>international den integrierten diplomatischen und konsularischen Schutz durch alle EU-Mitgliedstaaten.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Völkerrechtliche_Vorgaben"><span id="V.C3.B6lkerrechtliche_Vorgaben"></span>Völkerrechtliche Vorgaben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erwerb_2">Erwerb</h3></div>
<p>Neben dem <a href="Territorialit%C3%A4tsprinzip" title="Territorialitätsprinzip">Territorialitätsprinzip</a>, demzufolge Staaten <a href="Hoheitsgewalt" class="mw-redirect" title="Hoheitsgewalt">Hoheitsgewalt</a> über ihr Staatsgebiet ausüben, ist im <a href="V%C3%B6lkerrecht" title="Völkerrecht">Völkerrecht</a> das <a href="Personalit%C3%A4tsprinzip" title="Personalitätsprinzip">Personalitätsprinzip</a> anerkannt, das die Ausübung von Hoheitsgewalt über eigene Staatsangehörige erlaubt. Außerdem sind die Heimatstaaten berechtigt, Rechtspositionen ihrer eigenen Staatsangehörigen im Wege des diplomatischen Schutzes gegenüber anderen Staaten geltend zu machen.<sup id="cite_ref-Walter_76-0" class="reference"><a href="#cite_note-Walter-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Voraussetzung für die Wahrnehmung dieses Rechts ist aber nach der Entscheidung des <a href="Internationaler_Gerichtshof" title="Internationaler Gerichtshof">Internationalen Gerichtshofs</a> (IGH) vom 6. April 1955 im <a href="Nottebohm-Fall" title="Nottebohm-Fall">Nottebohm-Fall</a>, dass eine hinreichend enge Verbindung (<i>genuine connection</i>) zwischen dem Heimatstaat und seinem Staatsangehörigen besteht.<sup id="cite_ref-Walter_76-1" class="reference"><a href="#cite_note-Walter-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine solche Nähebeziehung begründet etwa das <a href="Abstammungsprinzip" title="Abstammungsprinzip">Abstammungsprinzip</a>,<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aber auch der Geburtsort, Heirat, Wohnsitz und Aufenthalt im Inland oder Sprachkenntnisse.<sup id="cite_ref-WD_78-0" class="reference"><a href="#cite_note-WD-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Verleihung seiner eigenen Staatsangehörigkeit ist grundsätzlich eine autonome Entscheidung jedes einzelnen Staates und erfolgt nach innerstaatlichem Recht.<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So statuiert z.&nbsp;B. Art.&nbsp;3 des <a href="Europ%C3%A4isches_%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" title="Europäisches Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit">Europäischen Übereinkommens über die Staatsangehörigkeit</a> (EuStAÜ): „Jeder Staat bestimmt nach seinem eigenen Recht, wer seine Staatsangehörigen sind. Dieses Recht ist von den anderen Staaten anzuerkennen, soweit es mit anwendbaren internationalen Übereinkommen, dem Völkergewohnheitsrecht und den mit Bezug auf die Staatsangehörigkeit allgemein anerkannten Rechtsgrundsätzen in Einklang steht.“<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für die <a href="Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention" title="Europäische Menschenrechtskonvention">Europäische Menschenrechtskonvention</a> (EMRK) hat der <a href="Europ%C3%A4ischer_Gerichtshof_f%C3%BCr_Menschenrechte" title="Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte">Europäische Gerichtshof für Menschenrechte</a> (EGMR) jedoch entschieden, dass die Konvention zwar keinen Anspruch auf den Erwerb einer bestimmten Staatsangehörigkeit beinhalte. Das willkürliche Vorenthalten könne wegen des Einflusses der Staatsangehörigkeit auf die Persönlichkeitsentwicklung und die sozialen Beziehungen einer Person zu ihrer Umwelt aber u. U. einen Verstoß gegen das <a href="Recht_auf_Achtung_des_Privat-_und_Familienlebens" title="Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens">Recht auf Achtung des Privatlebens</a> begründen.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verlust_2">Verlust</h3></div>
<p>Art.&nbsp;15 der <a href="Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte" title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte">Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte</a> setzt der <a href="Ausb%C3%BCrgerung" title="Ausbürgerung">Ausbürgerung</a> menschenrechtliche Grenzen. Danach hat jeder das Recht auf eine Staatsangehörigkeit. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln. „Willkürlich“ bedeutet, nicht auf vernünftigen, sondern sachfremden Gründen beruhend und im konkreten Fall unverhältnismäßig.<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Art. 5 d) des <a href="Internationales_%C3%9Cbereinkommen_zur_Beseitigung_jeder_Form_von_Rassendiskriminierung" title="Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung">Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form der Rassendiskriminierung</a> vom 7. März 1966 sowie Art. 9 des <a href="%C3%9Cbereinkommen_zur_Verminderung_der_Staatenlosigkeit" title="Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit">Übereinkommens zur Verminderung der Staatenlosigkeit</a> vom 30. August 1961 enthalten ein generelles Verbot des Entzugs der Staatsangehörigkeit aus rassischen, ethnischen, religiösen und politischen Gründen. Ähnliche Regelungen auf europäischer Ebene ergeben sich aus Art. 4 und Art. 5 des EuStAÜ.<sup id="cite_ref-WD_78-1" class="reference"><a href="#cite_note-WD-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wie beim Erwerb einer Staatsangehörigkeit muss auch zwischen dem Verlustgrund und der Funktion der Staatsangehörigkeit als konstituierendem Merkmal des Staatsvolkes ein Sachzusammenhang bestehen.<sup id="cite_ref-WD_78-2" class="reference"><a href="#cite_note-WD-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als zulässige Anknüpfungspunkte für den Verlust der Staatsbürgerschaft ist völkergewohnheitsrechtlich die (freiwillige) Abwendung vom Heimatstaat anerkannt, etwa durch
</p>
<ul><li>einen Antrag auf Entlassung oder Verzichtserklärung</li>
<li>den Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit</li>
<li>den Eintritt in fremden Staats- oder Wehrdienst</li>
<li>die Eheschließung einer Frau mit einem Ausländer</li>
<li>die Nichtregistrierung bei längerem Auslandsaufenthalt.<sup id="cite_ref-WD_78-3" class="reference"><a href="#cite_note-WD-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Nach Art. 7 d) EuStAÜ darf ein Vertragsstaat in seinem innerstaatlichen Recht den Verlust der Staatsangehörigkeit außerdem vorsehen für ein „Verhalten, das den wesentlichen Interessen des Vertragsstaats in schwerwiegender Weise abträglich ist“. Die Formulierung des „abträgliche Verhaltens“ in Art. 7 d) EuStAÜ ist dem Art. 8 Abs. 3 a) des Übereinkommens zur Verminderung der Staatenlosigkeit entlehnt, dort jedoch nicht als Verlust-, sondern als Entziehungstatbestand konzipiert, der nach dem Willen des Übereinkommens möglichst restriktiv praktiziert werden soll. Um eine Ausbürgerung aufgrund „abträglichen Verhaltens“ vornehmen zu dürfen, müssen die Vertragsstaaten bei der Ratifikation des Vertrages eine entsprechende Erklärung gem. Art. 8 Nr. 3 abgeben haben.<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Überdies ermöglicht das Übereinkommen zur Verringerung der Staatenlosigkeit die Ausbürgerung aufgrund „abträglichen Fehlverhaltens“ nur unter der Maßgabe einer nationalen gesetzlichen Regelung, die dem Betreffenden das Recht auf gerichtlichen Rechtsschutz einräumt.<sup id="cite_ref-WD_78-4" class="reference"><a href="#cite_note-WD-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Situation_nach_Staat">Situation nach Staat</h2></div>
<p><i>Siehe Kategorie:Staatsbürgerschaft.</i>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gökce Yurdakul/Michal Y. Bodemann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.springer.com/de/book/9783531170282"><i>Staatsbürgerschaft, Migration und Minderheiten: Inklusion und Ausgrenzungsstrategien im Vergleich</i></a>. VS Verlag, Wiesbaden 2010.</li>
<li>Fritz von Keller/Paul Trautmann: <i>Kommentar zum Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.</i> Beck, München 1914, 848 Seiten.</li>
<li><a href="Kay_Hailbronner" title="Kay Hailbronner">Kay Hailbronner</a>/Marcel Kau/Thomas Gnatzy/Ferdinand Weber: <i>Staatsangehörigkeitsrecht</i> (=&nbsp;<i>Beck’sche Kurz-Kommentare.</i> Bd. 55). 7. Auflage, C.H. Beck, München 2022, ISBN 978-3-406-74876-9.</li>
<li><a href="Ingo_von_M%C3%BCnch" title="Ingo von Münch">Ingo von Münch</a>: <i>Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft</i>. De Gruyter Recht, Berlin 2007, 410 (XLI) S., ISBN 978-3-89949-433-4, ISBN 3-89949-433-4.</li>
<li><a href="Walter_Fr._Schleser" class="mw-redirect" title="Walter Fr. Schleser">Walter Fr. Schleser</a>: <i>Die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Leitfaden.</i> Mit 2 Beiträgen von Alfred Heinzel. 4., überarb. u. erg. Auflage, Verlag für Standesamtswesen, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-8019-5603-2 (im Anhang 5 „Das ausländische Staatsangehörigkeitsrecht“, S. 359–368: <i>Übersicht über geltende Staatsangehörigkeitsgesetze des Auslandes und über bestimmte Fragen des ausländischen Staatsangehörigkeitsrechts</i>).</li>
<li>Helgo Eberwein, Eva Pfleger: <i>Fremdenrecht für Studium und Praxis. Grundrecht, Fremdenpolizeigesetz, Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz, Staatsbürgerschaftsgesetz; samt Fremdenrechtsnovelle 2011.</i> LexisNexis, Wien 2011, ISBN 978-3-7007-5010-9.</li>
<li>Herbert Mussger: <i>Österreichisches Staatsbürgerschaftsrecht</i> (=&nbsp;Juridica-Kurzkommentare). 6., neu bearbeitete Auflage. Juridica, Wien 2001, ISBN 3-85131-155-8.</li>
<li>Susanne Benöhr: <i>Staatenlosigkeit – Heimatlosigkeit. Ein juristischer Exkurs</i>. In: Barbara Johr: <i>Reisen ins Leben. Weiterleben nach einer Kindheit in Auschwitz</i>, Bremen 1997, S. 173–178 (<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20100308225232/https://www.sblq.de/text.htm">online</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 8. März 2010 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)).</li>
<li>Martina Sochin D’Elia: <i>Das liechtensteinische Bürgerrecht in Geschichte und Gegenwart.</i> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dx.doi.org/10.13091/li-ap-45">Arbeitspapiere Liechtenstein-Institut Nr. 45</a>, Bendern 2014.</li>
<li>Sabine Strasser: <i>Bewegte Zugehörigkeiten. Nationale Spannungen, transnationale Praktiken und transversale Politik.</i> Turia&nbsp;+&nbsp;Kant, Wien 2009, ISBN 978-3-85132-539-3.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Citizenship?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Staatsbürgerschaft</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Staatsb%C3%BCrgerschaft" class="extiw external" title="q:Staatsbürgerschaft">Wikiquote: Staatsbürgerschaft</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikisource"></span></span></div><b><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_Erwerbung_und_den_Verlust_der_Bundes-_und_Staatsangeh%C3%B6rigkeit" class="extiw external" title="s:Gesetz über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit">Wikisource: Gesetz über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit (Norddeutscher Bund), 1870</a></b>&nbsp;– Quellen und Volltexte</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Staatsb%C3%BCrgerschaft" class="extiw external" title="wikt:Staatsbürgerschaft">Wiktionary: Staatsbürgerschaft</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4056630-4">Literatur von und über Staatsbürgerschaft</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/ich-moechte-mehr-wissen-ueber/einbuergerung">Information der Bundesregierung zur Einbürgerung</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20140408055525/http://www.monde-diplomatique.de/pm/2014/02/14.mondeText.artikel,a0007.idx,1">Benoît Bréville: <i>Der richtige Pass.</i> In: Le Monde diplomatique, 14. Februar 2014</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://plato.stanford.edu/entries/citizenship/">Eintrag</a> in Edward N. Zalta (Hrsg.): <i><a href="Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy" title="Stanford Encyclopedia of Philosophy">Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></i>.<span style="display:none">Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3</span></li>
<li><a href="Stefan_Talmon" title="Stefan Talmon">Stefan Talmon</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/staatsangehoerigkeit-buerde-des-doppelpasses-14904374.html"><i>Bürde des Doppelpasses</i></a> (März 2017)</li>
<li><a href="Bernd_Grzeszick" title="Bernd Grzeszick">Bernd Grzeszick</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=svpLJarJjYc"><i>Vortrag „Doppelte Staatsangehörigkeit: Hilfe oder Hindernis einer gelingenden Integration?“</i></a> auf <a href="YouTube" title="YouTube">YouTube</a> (Juli 2019)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-vonMünch_dtStaatsang_4-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-vonMünch_dtStaatsang_4_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-vonMünch_dtStaatsang_4_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Ingo_von_M%C3%BCnch" title="Ingo von Münch">Ingo von Münch</a>: <i>Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft</i>, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-89949-433-4, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=U0BVt0eewacC&amp;pg=PA4">S. 4</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Reichsgesetzblatt" title="Reichsgesetzblatt">RGBl.</a> I S.&nbsp;75.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur Erwerbung genügte eine entsprechende Erklärung, um bundesdeutsche Papiere zu erhalten. Näheres siehe Ingo von Münch, <i>Die deutsche Staatsangehörigkeit</i>, de Gruyter, Berlin 2007, S.&nbsp;101&nbsp;ff. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=U0BVt0eewacC&amp;pg=PA102#v=onepage">eingeschränkte Online-Version</a> in der Google-Buchsuche).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Ingo von Münch, <i>Die deutsche Staatsangehörigkeit</i>, de Gruyter, Berlin 2007, S.&nbsp;109 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=U0BVt0eewacC&amp;pg=PA109#v=onepage">eingeschränkte Online-Version</a> in der Google-Buchsuche).</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Stefan_Korioth" title="Stefan Korioth">Stefan Korioth</a>: <i>Staatsrecht I. Staatsorganisationsrecht unter Berücksichtigung europäischer und internationaler Bezüge</i>, 6. Auflage 2022, Rn.&nbsp;76.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <i><a href="Civis_romanus_sum" title="Civis romanus sum">civis romanus sum</a></i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.verfassungen.de/f/fverf91.htm">Französische Verfassung von 1791</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Patrick R. Hoffmann: <cite style="font-style:italic">Völkerrechtliche Vorgaben für die Verleihung der Staatsangehörigkeit</cite>. Mohr Siebeck, Tübingen 2022, ISBN 978-3-16-161110-0, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>97<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>ff</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Staatsb%C3%BCrgerschaft&amp;rft.au=Patrick+R.+Hoffmann&amp;rft.btitle=V%C3%B6lkerrechtliche+Vorgaben+f%C3%BCr+die+Verleihung+der+Staatsangeh%C3%B6rigkeit&amp;rft.date=2022&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783161611100&amp;rft.pages=97+ff.&amp;rft.place=T%C3%BCbingen&amp;rft.pub=Mohr+Siebeck" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-weil-9"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-weil_9-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-weil_9-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Patrick Weil: <i>Zugang zur Staatsbürgerschaft. Ein Vergleich von 25 Staatsangehörigkeitsgesetzen.</i> In: <i>Staatsbürgerschaft in Europa. Historische Erfahrungen und aktuelle Debatten.</i> Hrsg. von Christoph Conrad und Jürgen Kocka, Hamburg 2001, ISBN 3-89684-018-5, S.&nbsp;92&nbsp;ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe zum kommunalen Wahlrecht für Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv083037.html">BVerfGE 83, 37 – <i>Ausländerwahlrecht I</i></a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://webarchiv.bundestag.de/archive/2016/0812/blob/415156/cde5e14b8dba17c33088bc3b68ead64b/wf-iii-097-06-pdf-data.pdf"><i>Kommunales Wahlrecht für Ausländer (Drittstaater)</i></a>, <a href="Wissenschaftliche_Dienste_des_Deutschen_Bundestages" title="Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages">Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages</a>, Ausarbeitung vom 23. März 2006.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.oecd.org/tax/exchange-of-tax-information/implementation-handbook-standard-for-automatic-exchange-of-financial-information-in-tax-matters-german.pdf"><i>Standard für den automatischen Austausch von Finanzinformationen in Steuersachen. Praktisches Handbuch.</i></a> Paris 2020, S. 62.</span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">OECD: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.oecd.org/tax/automatic-exchange/crs-implementation-and-assistance/residence-citizenship-by-investment/"><i>Residence/Citizenship by investment schemes.</i></a> Abgerufen am 28. Juli 2023 (englisch).</span>
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<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:62023CN0181">Rechtssache C-181/23</a>, ABl. C 173/27 vom 15. Mai 2023.</span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://commission.europa.eu/document/download/10962779-e449-4e70-9d16-30ca0683b9bf_de?filename=com_2023_453_f1_report_from_commission_de.PDF"><i>Bericht der Kommission. Kontrolle der Anwendung des EU-Rechts Jahresbericht 2022.</i></a> S. 34.</span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/gegen-malta-und-zypern-eu-leitet-vertragsverletzungsverfahren-wegen-goldener-paesse-ein-a-f6efc949-74ce-465f-9119-03e7599944ac"><i>Verfahren gegen Malta und Zypern: EU geht gegen Handel mit „goldenen Pässen“ vor</i></a>, <a href="Spiegel_Online" class="mw-redirect" title="Spiegel Online">Spiegel Online</a>, 20. Oktober 2020.</span>
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<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Alison Millington: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.businessinsider.de/strategy/23-laender-in-denen-ihr-fuer-geld-einen-pass-oder-eine-elite-staatsbuergerschaft-kaufen-koennt-2018-9/"><i>23 Länder, in denen ihr für Geld einen Pass oder eine Elite-Staatsbürgerschaft kaufen könnt</i></a>, <a href="Business_Insider" title="Business Insider">Business Insider</a>, 18. September 2018.</span>
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<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bmi.gv.at/406/verleihung.aspx"><i>Staatsbürgerschaftswesen: Verleihung der Staatsbürgerschaft im besonderen Interesse der Republik gem. §&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 StbG.</i></a> <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Inneres" title="Bundesministerium für Inneres">Bundesministerium für Inneres</a>, abgerufen am 3. Mai 2024.</span>
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<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.yadvashem.org/de/about/law.html"><i>Yad Vashem Gesetz.</i></a> 2. (4a) des <i>Gesetzes zur Erinnerung an Holocaust und Heldentum – Yad Vashem, 5713/1953</i>. Abgerufen am 3. Mai 2024.</span>
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<li id="cite_note-VV-20"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-VV_20-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-VV_20-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/verfassung/stag-anwendungshinweise-06-15.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6"><i>Vorläufige Anwendungshinweise des Bundesministeriums des Innern zum Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) VAH-StAG</i></a>, Stand 1. Juni 2015, 8.1.2., S. 13 ff.</span>
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<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.asyl.net/fileadmin/user_upload/dokumente/20386.pdf">Oberverwaltungsgericht Lüneburg, Beschluss vom 7. Januar 2013 – 13 PA 243/12</a>.</span>
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<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. BVerwG, Beschluss vom 29. Juli 1985 – 1 B 78.85 –, <a href="Neue_Juristische_Wochenschrift" title="Neue Juristische Wochenschrift">NJW</a> 1985, 2908; Hailbronner/Renner/Maaßen, <i>Staatsangehörigkeitsrecht</i>, 5. Aufl. §&nbsp;10, Rn. 70 f.; §&nbsp;8, Rn. 98 ff.</span>
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<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dserver.bundestag.de/btd/12/065/1206521.pdf"><i>Bevorzugte Einbürgerung ausländischer Sportler</i></a>, Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage, <a href="Bundestagsdrucksache" title="Bundestagsdrucksache">BT-Drs.</a> 12/6521.</span>
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<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stadt-koeln.de/artikel/06309/index.html"><i>Einbürgerungserleichterungen bei besonderem öffentlichem Interesse.</i></a> Stadt Köln, abgerufen am 3. Mai 2024.</span>
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<li id="cite_note-83"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-83">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. auch Sükrü Uslucan: <i>Zur Weiterentwicklungsfähigkeit des Menschenrechts auf Staatsangehörigkeit. Deutet sich in Europa ein migrationsbedingtes Recht auf Staatsangehörigkeit an – auch unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit?</i> Duncker &amp; Humblot, 2012, ISBN 978-3-428-13719-0.</span>
</li>
<li id="cite_note-84"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-84">↑</a></span> <span class="reference-text">Kälin/Künzli, <i>Universeller Menschenrechtsschutz</i>, 2005, S. 106&nbsp;m.N. aus der Rechtsprechung.</span>
</li>
<li id="cite_note-85"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-85">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. auch <a rel="nofollow" class="external text" href="https://lexetius.com/2009,1150">BVerwG, Urteil vom 26. Februar 2009 – 10 C 50.07</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-86"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-86">↑</a></span> <span class="reference-text">UNHCR: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.unhcr.org/dach/wp-content/uploads/sites/27/2017/02/DE_UNHCR-Rechtsstellung-Staatenlosigkeit-Pocket_2015.pdf"><i>Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit vom 30. August 1961 (In Kraft getreten am 13. Dezember 1975).</i></a></span>
</li>
</ol></div>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable" style="border-top-style: solid; border-top-width: 1px; clear: both; font-size:95%; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="Vorlage_Rechtshinweis"><div class="noviewer noresize nomobile" style="display: table-cell; padding-bottom: 0.2em; padding-left: 0.25em; padding-right: 1em; padding-top: 0.2em; vertical-align: middle;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="skin-invert" typeof="mw:File"></span></div>
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Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!</div>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4056630-4">4056630-4</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85026205">sh85026205</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00566457">00566457</a></span> &nbsp;| Anmerkung: <i>Ansetzungsform GND: „Staatsangehörigkeit“</i></div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-12-29" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Staatsb%C3%BCrgerschaft&amp;oldid=262825951">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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